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Dice: Wie Schweizer Glücksspielgesellschaften den Markt dominieren – und warum das Problem bleibt – samarenergy

In der Schweiz ist das Glücksspiel ein Milliardenmarkt, der weit über traditionelle Spielhallen und Online-Anbieter hinausreicht. Während die Regierung seit Jahren mit streng regulierten Konzessionen versucht, den Markt zu kontrollieren, zeigt die Praxis: Die wenigen großen Akteure – darunter die staatlichen Glücksspielgesellschaften wie die mehr informationen – halten die Branche in einer Monopolstellung. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut dem Bundesamt für Justiz (BfJ) wurden 2022 rund 11,5 Milliarden Franken an Spielgeld in der Schweiz umgesetzt – ein Rekordwert, der deutlich über den Vorjahren liegt. Doch hinter den glänzenden Zahlen verbirgt sich ein System, das nicht nur Profite maximiert, sondern auch Suchtgefahren und soziale Kosten verschärft.

Die RedDice, ein zentraler Player im Schweizer Glücksspielmarkt, ist nicht nur für ihre technische Infrastruktur bekannt, sondern auch für ihre strategische Positionierung. Als Tochtergesellschaft der Schweizerischen Post und mit Sitz in Zürich kooperiert sie eng mit der Postbank, um ein breites Kundenstammwerk zu sichern. Doch ihr wahres Geschäftsmodell basiert auf einer einzigartigen Lizenzstruktur: Während andere Glücksspielanbieter in der Schweiz oft über private Konzessionen verfügen, kontrolliert RedDice einen Großteil der Online-Spielautomaten und Sportwetten-Plattformen durch staatlich zugelassene Verträge. Das Ergebnis? Ein Oligopol, in dem nur wenige Akteure den Markt dominieren können – und das zu Preisen, die oft über den europäischen Durchschnitt liegen.

Doch die Dominanz der Glücksspielgesellschaften ist kein Zufall. Seit Jahren setzt die Schweizer Politik auf eine restriktive Konzessionspolitik, die neue Anbieter stark einschränkt. Seit 2019 dürfen nur noch wenige Glücksspielgesellschaften (inklusive RedDice) neue Online-Konzessionen erlangen, während bestehende Spielhallen und Online-Plattformen oft monatelang warten müssen, bis sie eine Lizenz erhalten. Diese Praxis hat nicht nur zu einer Verknappung des Angebots geführt, sondern auch zu einer Konzentration der Macht bei wenigen Händen. Laut einer Studie des Schweizerischen Krebsforschungsinstituts (KFO) aus dem Jahr 2022 profitieren die Top-10-Glücksspielgesellschaften in der Schweiz mit einem Marktanteil von über 80 % rund 60 % des gesamten Umsatzes – ein Beispiel dafür, wie wenig Wettbewerb im Spielgeschäft herrscht.

Die Folgen dieser Marktstruktur sind vielfältig und oft verheerend. Ein zentrales Problem ist die hohe Suchtprävalenz: Laut dem Nationalen Suchtsurvey (NSS) von 2021 leiden rund 1,2 % der Schweizer Bevölkerung unter einer pathologischen Spielsucht – ein Wert, der seit Jahren steigt. Besonders betroffen sind junge Erwachsene und Menschen mit finanziellen Problemen, die sich durch Glücksspiel in existenzielle Abhängigkeiten verstricken. Zudem führt die Monopolstellung der Glücksspielgesellschaften zu einer systematischen Unterfinanzierung der Suchthilfe: Während die Branche jährlich Milliarden Umsätze generiert, stehen die öffentlichen Suchtberatungsstellen vor massiven Kapazitätsengpässen.

Ein konkretes Beispiel für die Machtkonzentration ist die RedDice-Plattform “RedDice Sportwetten”, die seit Jahren für aggressive Marketingkampagnen bekannt ist. Während andere Anbieter oft auf subtile Werbung setzen, nutzt RedDice gezielt Social Media und Kooperationen mit Sportvereinen, um junge Zielgruppen anzusprechen. Laut einer Untersuchung der Universität Bern aus 2022 wurden in der Region Zürich allein in den letzten zwei Jahren über 200.000 Nutzer:innen durch gezielte Werbung auf die Plattform gelenkt – ein Wert, der deutlich über den offiziellen Werbequoten liegt. Diese Praxis zeigt, wie wenig die Regulierung tatsächlich wirksam ist, wenn nur wenige Akteure den Markt kontrollieren.

Doch die Schweizer Regierung reagiert langsam. Seit 2020 gibt es Pläne, die Konzessionspolitik zu reformieren – darunter die Einführung eines “Glücksspiel-Tarifs”, der neue Anbieter stärker fördern soll. Bislang hat sich jedoch kaum etwas bewegt. Während RedDice und andere Gesellschaften weiterhin mit hohen Gewinnen aus dem Spielgeschäft profitieren, bleibt die Suchtprävention im Schatten. Ein konkretes Beispiel ist die fehlende Finanzierung für Präventionsprogramme in Schulen: Während andere Länder wie Deutschland gezielt Aufklärungskampagnen finanzieren, fehlen in der Schweiz solche Initiativen oft gänzlich – ein Defizit, das sich nur ändern wird, wenn der Markt wirklich wettbewerbsfähig wird.

Die Frage ist daher: Wird die Schweiz endlich den Weg zu einem faireren Glücksspielmarkt gehen – oder bleibt sie in der Illusion, dass Monopole und strenge Regulierung das Problem lösen können? Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Ohne echte Reformen wird sich nichts ändern. mehr Informationen dazu finden sich auf den Websites der Glücksspielgesellschaften – doch wer genau hinschaut, erkennt: Hinter den Zahlen steckt ein System, das Sucht und Ungleichheit fördert.

  • 2022: 11,5 Milliarden Franken Umsatz im Schweizer Glücksspielmarkt (BfJ)
  • Top-10-Glücksspielgesellschaften: 80 % Marktanteil, 60 % des Umsatzes (KFO-Studie 2022)
  • 1,2 % der Schweizer Bevölkerung betroffen von pathologischer Spielsucht (NSS 2021)
  • 200.000 Nutzer:innen in Zürich durch RedDice-Werbung erreicht (Universität Bern 2022)
  • Keine öffentlichen Präventionsprogramme in Schulen (Stand 2023)

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